Emanuele Lami
Kotti. Der Kiez.

Die Stadt Berlin hat sehr viele Kieze aber Kottbusser Tor oder "Kotti" - wie ihn die Berliner nennen - hat eine besondere Atmosphäre. Dabei ist es vor allem die Heterogenität seiner Bewohner, die den Kotti charakterisiert: man findet hier eine unglaubliche Vielfalt ethnischer Gruppen und Kulturen. Ich definiere ihn als ein Beispiel des kulturellen Parallelismus’: denn auch wenn die verschiedenen dort ansässigen Kulturen, welche noch nicht vollständig integriert und untereinander verschmolzen sind, sich tagtäglich streifen, sich verzweigen, sich manches Mal berühren, behalten sie doch ihre eigene Identität und schaffen somit Parallelwelten, welche co-existieren.

Eine solche Co-existenz endet normalerweise in einer Auseinandersetzung, aber diese Dynamik ist in den Straßen des Kotti so gut wie nicht vorhanden: vielmehr fühlt man die Präsenz von starker Toleranz unter den Bewohnern, die - meiner Meinung nach - einem starken Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinschaft des Kiezes entspringt. Es ist, als wenn man sagt: "Du bist anders als ich, doch wir sind beide vom Kotti!"

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